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Gib dem Blogger-Burnout keine Chance! Der Trend geht zum Slow Bloggen. Ich verrate dir, das sich dahinter verbirgt und wie das geht. I www.annehaeusler.de

Wie ein Mantra wird immer die gleiche Regel auf Expertenblogs und in Foren wiederholt: Du möchtest deinen Blog weiter ausbauen und deine Reichweite steigern? Dann musst du häufiger bloggen. Mindestens fünfmal pro Woche…wenn nicht sogar noch öfter. Kurzfristig mag dieser Rat stimmen. Aber ist das langfristig tatsächlich die beste Strategie? Natürlich kommt es darauf an, welche Strategie ich mit meinem Blog fahre. Geht es mir ausschließlich um Reichweite (dann kannst du hier aufhören zu lesen…du machst alles richtig) oder geht es mir darum, mir langfristig eine echte Leserschaft aufzubauen und mich als lesenswerte Stimme im Netz zu etablieren.

Für mehr Qualität statt Quantität sprechen die folgenden Punkte:

Niemand mag Spammer

Ich lese gerne, viel und schnell. Wenn ein Blog fünf Posts und mehr pro Woche raus haut, bin ich damit rein mengenmäßig überfordert. Und wenn ich dann noch merke,  dass ein Teil diese Posts lieblos zusammen geschusterte SEO-Texte sind, bin ich schnell weg. Da verbringe ich meine Zeit lieber mit den Bloggerinnen, die mir tatsächlich etwas zu sagen haben.

Gute Inhalte verlängern die Haltbarkeit deines Blogs

Die Lebensdauer eines Blogs beträgt im Schnitt drei Jahre. Nicht besonders lange für ein Projekt, in das so viel Herzblut, Zeit und durchaus auch Geld fließt. Häufig sind Bloggerinnen von ihren eigenen Ansprüchen (fünf Posts pro Woche plus vier Social Media Kanäle  pflegen…) total überfordert. Davon abgesehen, dass die Qualität der Inhalte leidet, kommt es zu dem berüchtigten Blogger-Burnout. Es wird immer seltener gepostet…und seltener…und dann auf einmal gar nicht mehr. Verständlich, denn wer möchte schon dauerhaft mit einem schlechten Gewissen leben.

Dein Blog ist deine Visitenkarte im Netz

Der eigene Blog ist immer auch eine Vistenkarte im Netz. Für Unternehmen und Selbständige gilt das sowieso. Und wer mit seinem (privaten) Blog den einen oder anderen Cent dazu verdienen möchte, sollte nicht nur auf Zugriffszahlen sondern auch auf die Qualität der Inhalte achten. Schließlich bewirbst du dich damit bei möglichen Kooperationspartnern.

Bereits seit 2006 kursiert die Idee des Slow Blogging im Netz. Hier geht es zum Beitrag der New York Times, der das erste Manifesto von Todd Sieling aufgegriffen und die Idee verbreitete). Angelehnt an das Slow Food Movement glauben Slow Blogger, dass sogenannte Content-Schleudern, also Blogs die mit hoher Frequenz neue Beiträge veröffentlichen, mit Fast Food Restaurants gleichzusetzen sind. Ein Big Mac macht auch satt. Aber wer neben dem reinen Sättigungsgefühl auch noch Genuss, ein schönes Ambiente und eine Prise Kreativität sucht, geht lieber zu dem kleinen Italiener an der Ecke.

Slow Blogging bedeutet, SEO-Regeln, Keywords und starren Vorgaben, wie viele Posts pro Woche zu erscheinen haben, einfach mal den Rücken zu kehren. Inhalte, der Austausch mit den Lesern, Kreativität und der Spaß am Bloggen sollten im Vordergrund stehen.

[bctt tweet=“Slow Blogging bedeutet, SEO-Regeln, Keywords und starren Vorgaben, wie viele Posts pro Woche zu erscheinen haben, einfach mal den Rücken zu kehren.“]

Auf der Basis der verschiedenen Posts, die zum Thema Slow Blogging im Netz kursieren (unter anderem hat Dekor8 im letzten Jahr einen tollen Post zu dem Thema geschrieben und Arthurs Tochter hat sich gerade eine kleine Kreativitätspause gegönnt) habe ich mein eigenes Manifesto verfasst:

[bctt tweet=“Inhalte, der Austausch mit den Lesern, Kreativität und der Spaß am Schreiben sollten beim Bloggen im Vordergrund stehen.  #slowblogging“]

Nur wer lebt, hat auch was zu sagen

Freunde und Familie treffen, Bücher und Zeitungen lesen, raus gehen, Sport machen, sich mit anderen austauschen, essen, trinken, leben, lachen…meiner Meinung nach sind das alles Voraussetzungen, für gute Blog-Posts. Nur wer etwas erlebt, hat auch etwas zu erzählen.

Nimm dir Zeit zu schreiben

Klar es gibt sie, die Menschen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit perfekt formulierte, sexy Texte zu Papier bringen können. Aber Hand aufs Herz…gehörst du wirklich dazu?  Schreibe nur wenn du tatsächlich etwas zu sagen hast. Und dann auch nur, wenn dir danach ist. Halbausgegorene Gedankenströme, wenig Tiefgang, schlechte Rechtschreibung …das ist das Ergebnis, wenn ein Blog-Post den nächsten jagen muss. Kein Post muss beim ersten oder zweiten Mal direkt fertig werden. Du hast alle Zeit der Welt.

Mache dein eigenes Ding

Manchmal habe ich das Gefühl, als würde die Blogosphäre immer mehr zu einem gigantischen Copyshop. Aber SEO hin oder her: Das 25. Rezept für den „besten Marmorkuchen der Welt“ wird immer das 25. Rezept bleiben… Nimm dir die Zeit und entwickele neue Gedanken, eine eigene Sprache, ein besonderes Design für deinen Blog. Denk dir spannende Bastelprojekte, Rezepte, Bilder, Modestrecken aus. Mache dein Ding, sei originell.

Bloggen ist keine Einbahnstraße

Vernetzung mit anderen Bloggern und Nutzern auf den verschiedenen Social Media Kanälen ist für mich ganz eng mit der Grundidee des Bloggens verbunden. Wer nur für die eigene Statistik schreibt, ist in meinen Augen keine richtige Bloggerin. Kommentieren, inspirieren, sich untereinander austauschen, den eigenen Tribe finden oder aufbauen…das alles macht das Bloggen aus. Nimm dir die Zeit und pflege dein Netzwerk.

Du bist dran

Bist du eine von der schnellen Sorte oder findest du dich beim Slow Blogging Movement wieder? Was ist deine Meinung dazu?