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SEO...endlich auch für Technikmuffel verständlich erklärt! I www.annehaeusler.de

Das Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist ein heißes Eisen unter Bloggern. Während einige jeden noch so kleinen Tipp mit Feuereifer umsetzen, ist für viele das Thema irgendwie igittigitt: wer aktiv SEO betreibt, frisst auch kleine Kinder und trägt echten Pelz.

Ein Teil der Skepsis gegenüber SEO geht meiner Meinung nach auf die Kappe zwielichtiger Agenturen, die Blogger ungefragt mit Anfragen spammen. Suchmaschinenoptimierung haftet dadurch irgendwie etwas Halbseidenes an. SEO = gekaufter bzw. manipulierter Traffic? Will ich nicht, brauche ich nicht, denken sich da viele.

Dabei ist SEO nicht per se schlecht. Schließlich wollen wir alle gelesen werden. Und es wird sogar von oberster Stelle gebilligt. Sieh selber was Matt Cutt, einer der Obernerds (absolut als Kompliment gemeint) bei Google, zum Thema SEO zu sagen hat:

Was machen Suchmaschinen eigentlich?

Suchmaschinen wie Google oder Bing durchkämmen Tag und Nacht das Netz, um so viele Webseiten wie möglich zu erfassen. Sie durchforsten fast alles…von großen Firmenseiten mit mehreren 1000 Unterseiten bis hin zu deinem und meinem Blog und ordnen sie thematisch ein.

Wenn ich zum Beispiel nach Pflegetipps für meine Sukkulenten suche, bietet mir Google tausende von Suchergebnissen zu diesem Thema an. Der große Mehrwert der Suchmaschine: sie zeigt mir nicht nur alle Seiten zu meinem Suchbegriff an, sie bewerten auch die Ergebnisse und trifft für mich eine Vorauswahl der relevantesten Seiten.

Ich möchte weder Sukkulenten kaufen, noch bin ich an Dekotipps mit Pflanzen interessiert. Ich will wissen, wie viel Wasser meine Pflänzchen benötigen und welchen Dünger ich verwenden soll. Und genau diese Informationen filtert die Suchmaschine mir aus den hunderttausenden von Seiten zum Thema Sukkulenten raus.

Um den Nutzern die bestmöglichen Ergebnisse zu liefern, versuchen Google & Co menschliches Suchverhalten so gut wie möglich zu imitieren. Unterm Strich ist das ganz einfach:  die meisten Menschen möchten auf eine konkrete Frage eine konkrete Antwort. Und wenn diese Antwort leicht verständlich und gut geschrieben ist und mit einer schicken Grafik, netten Bildern oder einem Video weiter verdeutlicht wird, umso besser.

Wie stellt Google seine Suchergebnisse zusammen?

Wenn ich die Antwort auf diese Frage wüsste, wäre ich auf einen Schlag sehr sehr reich. Um den Google Algorithmus wird ein riesiges Theater gemacht. Google arbeitet konstant an der Verbesserung seiner Suchergebnisse und ändert seinen Algorithmus 500 bis 600 mal pro Jahr.

Natürlich kannst du dir jeden Tipp auf den einschlägigen SEO Seiten reinziehen und optimieren was das Zeug hält. Oder du besinnst dich auf das, was du bereits weißt und was SEO im Kern ausmacht: die Faktoren, die für die meisten Menschen eine gute Webseite und hilfreiche Inhalte im Netz ausmachen.

1. Gut geschriebene Inhalte

Muss man diesen Punkt extra erwähnen? Gut geschriebene Inhalte sollten für uns Blogger eigentlich selbstverständlich sein. Das heißt:

    • Dein Post sollte einen erkennbaren Mehrwert für deine Leser haben
    • Ein lockerer, natürlicher Stil liest sich angenehm
    • Absätze, Aufzählungen und Zwischenüberschriften erleichtern den Lesefluss
    • Achte auf deine Rechtschreibung: ein Tippie hier und ein Flüchtigkeitsfehler dort sind kein Problem. Aber wenn das Lesen zum Ratespiel wird, verliert auch der engagierteste Leser die Lust.

2. Multimedia is King

Mit schicken Bildern und Grafiken fährst du nicht nur bei deinen Lesern Pluspunkte ein, sondern sammelst auch Karmapunkte bei den Suchmaschinen. Multimediale Inhalte helfen dabei, (komplexe) Themen zu erfassen und geben Texten oft den letzten Kick. Deshalb ranken Blog-Posts mit Bildern oder anderen Medien in den Suchergebnissen besser als reine Textbeiträge.

Tipp:

Bevor du einen neuen Post schreibst überlege kurz, ob du dazu z.B. auch eine Infografik bauen oder ein Video drehen könntest. Keine Sorge, es muss nicht alles perfekt aussehen. Spendiere deinen Beiträgen tolle Bilder (10 Quellen für kostenlose Bilder findest du in diesem Post) oder bastele eine Infografik mit Canva oder easel.ly.

3. Verwende die passenden Keywords

Die Sache mit den Keywords sorgt immer erstmal für Verwirrung. Dabei verwenden wir im Alltag ständig Keywords, um Informationen einzuordnen und uns Dinge zu merken.

Ich kann mir zum Beispiel grundsätzlich keine Namen merken – leider. Wenn du mich auf Melanie ansprichst, werde ich vermutlich erstmal ahnungslos lächeln. Aber wenn du von der feministisch angehauchten Mama-Bloggerin sprichst, die diese tolle Reihe Wie man eine erfolgreiche Mamabloggerin wird geschrieben hat, weiß ich sofort von wem die Rede ist. Die unterstrichenen Wörter sind in diesem Fall die  Keywords. Und wenn du nach diesen Keywords suchst, landest du bei…genau, Melanie von Glücklich Scheitern.

Das heißt für dich:

Du kennst deine Leser am besten: nach welchen Wörtern oder Phrasen suchen sie, um deinen Blog bzw. deinen jeweiligen Blog-Post zu finden? Genau das sind die Wörter, die du für den jeweiligen Post als Keywords definieren solltest. Streue diese Worte (oder Synonyme für diese Worte) an den folgenden Stellen in deinen Post ein, damit er gut gefunden wird:

  • In der Überschrift
  • Im Seitentitel
  • In der URL des Beitrags
  • Zwei bis dreimal im Text
  • In der Bildbeschreibung
  • Im Metatext

4. Mache es deinen Lesern schön gemütlich auf deinem Blog

Eine toller Blog ist wie eine gelungene Party: da bleibe ich auch ungeplant mal ein bisschen länger. Und das macht sich auch im Suchmaschinenranking bemerkbar: Je länger du deine Leser auf deinem Blog hältst, umso mehr Aufmerksamkeit schenken dir Google & Co.

Tipp:

Mache es deinen Lesern so schön wie möglich auf deinem Blog: gut geschriebene Texte, schöne Grafiken, tolle Bilder, eine einfache Navigation, deine Persönlichkeit und ein Schuss Humor sind alles Zutaten für einen Blog, auf dem sich die Leser wie Zuhause fühlen.

Echte Rausschmeißer sind für mich Seiten, auf denen mir von rechts, links, oben und unten Werbung entgegen blinkt und Blogs, die mit Bannern, Wimpelchen, Countern und ähnlichem Schnickschnack zugekleistert sind. Ich persönlich mag es gerne übersichtlich und eher schlicht.

5. Mund-zu-Mund Propaganda per Backlink

„Hast du schon das Himbeersorbet bei Moritz Eis probiert? Ungelogen, das ist das beste Himbeereis ever“, meinte meine Freundin Ana kürzlich.

Das ist ein klassisches Beispiel für Mund-zu-Mund-Propaganda und die spielt nicht nur im offline Leben sondern auch im Netz eine große Rolle.

Im Internet funktioniert Mund-zu-Mund-Propaganda durch Verlinkungen. Wenn ich eine Seite, ein Produkt oder eine Person besonders hervorheben möchte, verlinke ich auf die entsprechende Seite. Bekommt mein Blog besonders viele Links von anderen Seiten, werden die Suchmaschinen hellhörig: Wenn diese Seite so empfehlenswert ist, muss es dort ja um was verdammt Wichtiges gehen. Also wird der Blog in den Suchergebnissen lieber ein bisschen weiter nach oben geschubst.

Natürlich kommt es auch darauf an wer empfiehlt. Ana, die Himbeersorbet- Liebhaberin, ist gelernte Konditorin UND mit einem Italiener verheiratet. Mehr Expertise in Sachen Eis ist also kaum möglich.

Ähnlich ist es auch im Netz. Wenn ein Blog aus deiner Nische auf deine Seite verlinkt  ist das viel relevanter, als wenn der Link von irgendeiner Seite kommt. Und je populärer der Blog ist der deinen Blog empfiehlt, umso mehr bringt dir der Link (mein Post dofollow vs. nofollow geht auch nochmal tiefer auf das Thema ein).

Tipp:

Werde selber aktiv und kümmert dich gezielt um Backlinks, also Verlinkungen von anderen Seiten auf seinen Blog. Schreibe Gastposts für Blogs oder Webseiten die in einer ähnlichen Nische unterwegs sind wie du und verlinke in den Gastbeiträgen auf deinen Blog.

6. Blog Titel die verraten, um was es in deinem Post geht 

Im Printbereich stehe ich auf kreative, leicht kantige Überschriften. In meiner Heimatstadt wurde beim Bau einer Shoppingmall eine römische Phallusfigur gefunden. Die Überschrift „Römerpenis stoppt Einkaufszentrum“ gehört zu meinen absoluten Favoriten.

Im Internet gelten für Überschriften aber ganz andere Regeln. Der Titel deines Blog-Posts sollte einen klaren Hinweis auf den Inhalt geben. Die Überschrift „Ich optimiere meine Blog-Posts…und fresse trotzdem keine Kinder“ für diesen Post wäre zwar nach meinem Geschmack, würde aber kaum geklickt werden, wenn jemand nach den Begriffen „SEO“ und „Anfänger“ sucht.

Das heißt für dich:

Texte die Überschriften für deine Blog-Post so, dass sie deine Zielgruppe direkt ansprechen. Der Titel sollte dem Leser sagen welche Inhalte er zu erwarten hat und gleichzeitig Appetit machen.

7. Reden ist Gold

Der Satz „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ mag im realen Leben manchmal angemessen sein, gilt aber nicht fürs Bloggen.

Einige Themen kann man sicher kurz und knapp abhandeln. Die Rezension von Stephen Kings neuestem Schmöker oder eine verständliche (!) Anleitung zum Wechseln von Autoreifen (gibt es eigentlich einen Auto-Blog für Frauen, wo sowas erklärt wird? Bitte den Link dalassen. Danke!), lassen sich aber kaum in 500 Worten erklären. Das wissen auch die Suchmaschinen und zeichnen Blog-Beiträge mit mehr als 2000 Worten besonders aus.

Das heißt für dich:

Bearbeite dein Thema ausführlich und versuche möglichst viele Fragen bereits im Text zu klären. Und denke daran: je länger der Blog-Post, desto wichtiger ist eine sinnvolle Gliederung. Verwende deshalb Zwischenüberschriften, Aufzählungen und Bilder, um den Text lesbarer zu machen.

8. Poste regelmäßig

Ich brauche von meinen Lieblings-Blogs keine täglichen Updates (wieso ich das sogar nervig finde, erkläre ich in meinem Post zum Thema Slow Blogging). Aber eine gewisse Regelmäßigkeit beim Bloggen hilft, eine treue und aktive Leserschaft aufzubauen. Netter Nebeneffekt: je mehr du postest, umso mehr Inhalte hast du auf deiner Seite. Was gerade neuen Besuchern reichlich Lesestoff bietet und sie so länger auf deiner Seite hält (siehe Punkt 4).

All das wissen natürlich die naseweisen Suchmaschinen auch. Wenn du regelmäßig bloggst und dazu noch über ein hübsches Archiv an spannenden Posts verfügst, wird dein Blog in den Ergebnissen von Google & Co höher gelistet werden als ein Blog, der nur alle Jubeljahre mal einen Beitrag veröffentlicht.

9. Zwischenüberschriften geben Struktur

Ohne die Zwischenüberschriften wäre diese Post eine ziemliche Textwüste. Das Leseverhalten im Internet ist sehr selektiv und sprunghaft. Die meisten Leser hüpfen von Stichwort zu Stichwort und lesen nur einzelne Passagen, statt den ganzen Text von vorne nach hinten zu lesen.

Zwischenüberschriften sind deshalb eine wichtige Lesehilfe bei Blog-Posts. Sie geben dem Leser einen Eindruck um was es in dem folgenden Abschnitt geht und ob es sich lohnt reinzulesen.

Tipp:

Strukturiere deine Blog-Posts deshalb mit Zwischenüberschriften. Pass auf das die Zwischenüberschriften sprechend sind und sich auf den folgenden Text beziehen. Damit erleichtert du deinen Lesern das Leben und was deine Leser erfreut, macht bekannterweise auch die Suchmaschinen glücklich.

Damit die Suchmaschinen auch von deinen guten Taten erfahren, weise den Überschriften das entsprechende Attribut (H1 für Überschrift 1) zu.

 

10. Behalte das Thema Social Media im Blick und werde selber aktiv

Wie fast alle Menschen bin ich von Natur aus neugierig. Und wenn alle über DAS neue Buch, DEN tollen Blog oder DIE spannende Ausstellung reden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis ich mir das Ganze auch mal ansehe. Genau diese Art des Empfehlungsmarketings funktioniert in den sozialen Netzwerken besonders gut. Wenn du siehst das mehrere hundert Leute einen Beitrag mögen oder darüber diskutieren, hat das mehr Gewicht, als wenn sich nur ein paar wenige darüber unterhalten.

Das wissen auch die Suchmaschinen. Sie können die Inhalte und Bewertungen der großen sozialen Netzwerke wie Facebook oder Pinterest auslesen und wissen, welche Themen und Beiträge gerade angesagt und welche Blog-Posts in aller Munde sind. Entweder werden die angesagten Social Media Posts direkt in den Suchergebnissen angezeigt (bei Pinterest funktioniert das ganz gut), oder die zu Grunde liegenden Beiträge werden in den Suchergebnissen weiter nach oben geschubst.

Das heißt für dich:

Wenn du deine Blog-Posts schreibst, denke auch an die sozialen Medien. Erstelle Texte und Bilder, die sich leicht auf Facebook & Co Teilen lassen. Das erste Bild in jedem Beitrag auf meinem Blog ist beispielsweise für Pinterest optimiert. Und mache es deinen Lesern so einfach wie möglich, deine Blog-Posts (oder Teile davon), Bilder und Grafiken zu verbreiten. Positioniere die Social-Media-Buttons zum Teilen deiner Posts direkt neben oder unter deinem Text

Und: werde selber aktiv. Nur die eigenen Blog-Posts auf Facebook zu teilen reicht nicht (Davon mal abgesehen, das ich das nie so ganz verstanden habe. Wofür gibt es RSS-Reader…). Teile auch Neuigkeiten und Beiträge von anderen Blogs aus deiner Nische, werde in den diversen Facebook-Gruppen für Blogger aktiv, teile neben deinen eigenen Inhalten spannende Blog-Posts und Neuigkeiten aus deiner Nische und tausche dich mit anderen aus.

Konnte ich dir mit diesem Post das Thema SEO ein bisschen näherbringen? Unter dem Strich geht es beim dem Thema Suchmaschinenoptimierung tatsächlich darum, deine Seite und deine Posts für deine Leser so angenehm wie möglich zu machen. Und wer will das nicht.

Natürlich gibt es noch eine ganze Menge andere Faktoren: die Ladegeschwindigkeit deiner Seite oder ob dein Blog für mobile Geräte optimiert ist spielen zum Beispiel auch eine Rolle. Aber die oben genannten zehn Punkte sind ein guter Anfang, wenn du dich mit dem Thema SEO näher beschäftigen willst.